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Monotonieverhalten berechnen

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Die Betrachtung des Monotonieverhaltens einer Funktion ist fester Bestandteil der Kurvendiskussion.

Man bestimmt das Monotonieverhalten (bzw. die Monotonieintervalle) einer differenzierbaren Funktion über ihre erste Ableitung: 

  • Wenn für alle -Werte in einem Bereich ist, ist die Funktion dort monoton steigend
  • Wenn für alle -Werte in einem Bereich ist, ist die Funktion dort monoton fallend.
Monotonie

Berechnung des Monotonieverhaltens

Um herauszufinden, in welchen Bereichen der Graph monoton steigend oder monoton fallend ist, gibt es zwei Möglichkeiten:

Mit einer Monotonietabelle

Hier betrachtet man das Vorzeichen der 1. Ableitung um die Extrempunkte herum und schließt so auf das Monotonieverhalten.

Allgemeines Vorgehen

Gegeben ist eine Funktion .

1. Bestimme die 1. Ableitung und deren Nullstellen usw. (Die Anzahl der Extrema hängt von der Funktion ab.)

2. Erstelle nun eine Vorzeichentabelle:

Vorzeichentabelle

  • Die waagrechte Linie versteht man als Zahlenstrahl. Dort werden der Größe nach die Nullstellen der 1. Ableitung angetragen (und evtl. die Polstellen der Ausgangsfunktion f(x); siehe "Achtung" unten).
  • Nun betrachtet man die Intervalle zwischen den angetragenen Nullstellen.
  • Man setzt irgendeinen Wert aus dem jeweiligen Intervall in die 1. Ableitung ein und notiert sich das Vorzeichen in die zweite Zeile.

3. Man kann die Vorzeichentabelle auch ausführlicher machen. Dazu benötigt man aber die 1. Ableitung in faktorisierter Darstellung:

Faktorisiere die 1. Ableitung:

4. Erstelle eine Vorzeichentabelle (hier z.B. mit Nullstellen von ):

Bild
  • In der ersten Spalte stehen die einzelnen Faktoren
  • Die erste waagrechte Linie versteht man als Zahlenstrahl. Dort werden der Größe nach die Nullstellen der 1. Ableitung angetragen (und evtl. die Polstellen der Ausgangsfunktion f(x); siehe "Achtung" unten).
  • Nun schaut man Zeile für Zeile, welches Vorzeichen die einzelnen Faktoren vor bzw. nach den angetragenen Nullstellen (und evtl. auch Polstellen) haben. Dort, wo ein Faktor 0 wird, trägt man die Null auf dem senkrechten Strich ein.
  • In der letzten Zeile betrachtet man das Vorzeichen des Gesamtterms. Das Vorzeichen ergibt sich aus den in derselben Spalte darüber liegenden Vorzeichen. Es gelten die bekannten Regeln: ; ;

5. Egal welche Variante der Vorzeichentabelle man verwendet, kann man nun die Monotonie des Graphen ablesen: Ist das Vorzeichen in der letzten Zeile ein so ist der Graph in diesem Bereich (inklusive die Ränder, außer die Ränder sind nicht im Definitionsbereich enthalten! Vergleiche hierzu: Monotonie) streng monoton steigend. Ist das Vorzeichen ein so ist der Graph in diesem Bereich streng monoton fallend:

streng monoton steigend

streng monoton fallend

Vorteil

Nachteil

Man braucht nicht die 2. Ableitung.

Man muss die Polstellen berücksichtigen. (Eventuell braucht man die 1. Ableitung in einer faktorisierten Darstellung. Vergleiche dazu Linearfaktorzerlegung.)

Mit der 2. Ableitung

Hier findet man zunächst heraus, ob Hochpunkte oder Tiefpunkte vorliegen und schließt dann auf das Monotonieverhalten.

Allgemeines Vorgehen

Gegeben ist eine Funktion

Bestimme die 1. Ableitung

Bestimme die Nullstellen von (also die Extrema) (Die Anzahl der Nullstellen hängt natürlich von der Funktion ab.)

Bestimme die 2. Ableitung

Setze die Nullstellen der 1. Ableitung in die zweite Ableitung ein.

Betrachte folgende Fälle:

Fall

Folgerung

Tiefpunkt im Punkt

Hochpunkt im Punkt

Bestimme die 3. Ableitung und setze die Nullstelle auch hier ein. Wenn Keine Aussage möglich. Wenn Terrassenpunkt und kein Monotoniewechsel

Wenn man weiß, ob ein Hoch-, Tief- oder Terrassenpunkt vorliegt, kennt man auch die Monotonie des Graphen vor bzw. nach diesen Stellen:

Tiefpunkt: links davon fallend, rechts davon steigend

Hochpunkt: links davon steigend, rechts davon fallend

Terrassenpunkt: links und rechts davon gleiche Monotonie

Vorteil

Nachteil

Man benötigt die 1. Ableitung nicht in einer faktorisierten Darstellung.

Man benötigt die 2. Ableitung. Diese kann mitunter sehr kompliziert werden. Bei manchen Funktionen benötigt man sogar die 3. Ableitung. Manchmal ermöglichen die Ableitungen auch gar keine Aussagen.

Beispiel

Bestimme das Monotonieverhalten der Funktion

Graph

Mit einer Monotonietabelle

Bestimme die 1. Ableitung :

Bestimme die Nullstellen von :

Gleichungsumformung

Wende den Satz von Vieta oder die Mitternachtsformel an.

und

Erstelle nun eine Vorzeichentabelle:

Vorzeichentabelle
  • Die waagrechte Linie versteht man als Zahlenstrahl. Dort werden der Größe nach die Nullstellen der 1. Ableitung angetragen (und evtl. die Polstellen der Ausgangsfunktion f(x); siehe "Achtung" unten).
  • Nun betrachtet man die Intervalle zwischen den angetragenen Nullstellen.
  • Man setzt irgendeinen Wert aus dem jeweiligen Intervall in die 1. Ableitung ein und notiert sich das Vorzeichen in die zweite Zeile.
  • Für das 1. Intervall wähle z.B. den Wert
  • Für das 2. Intervall wähle z.B. den Wert
  • Für das 3. Intervall wähle z.B. den Wert

Man kann die Vorzeichentabelle auch ausführlicher machen. Dazu benötigt man aber die 1. Ableitung in faktorisierter Darstellung:

Erstelle eine Vorzeichentabelle:

Vorzeichentabelle
  • 1) Zeile: Betrachte Werte für x, die kleiner als 2 sind. Dann ist das Vorzeichen des Faktors (x-2) ein Minus. Betrachtet man Werte zwischen 2 und 3 wird der Faktor (x-2) größer 0. Genauso für x-Werte, die größer als 3 sind.
  • 2) Zeile: Gleiches Spiel in dieser Zeile nur das man den Faktor (x-3) betrachtet. Für Werte kleiner als 2 wird dieser Faktor natürlich negativ, genauso für Werte zwischen zwei und 3. Alle x-Werte die größer als 3 sind lassen den Faktor positiv werden.
  • Die Vorzeichen in der letzten Zeile ergeben sich aus der Multiplikation der Vorzeichen, die in einer Spalte darüber liegen.

Egal welche Variante der Vorzeichentabelle man verwendet, kann man nun die Monotonie des Graphen ablesen: Ist das Vorzeichen in der letzten Zeile ein so ist der Graph in diesem Bereich (inklusive die Ränder, außer die Ränder sind nicht im Definitionsbereich enthalten! Vergleiche hierzu: Monotonie) streng monoton steigend. Ist das Vorzeichen ein so ist der Graph in diesem Bereich streng monoton fallend:

streng monoton steigend

streng monoton fallend

Intervall

Monotonie

ist streng monoton steigend im Intervall

ist streng monoton fallend im Intervall

ist streng monoton steigend im Intervall

Mit der 2. Ableitung

Bestimme die 1. Ableitung

Bestimme die Nullstellen von :

Gleichungsumformung

Wende den Satz von Vieta oder die Mitternachtsformel an.

und .

Bestimme die 2. Ableitung

Setze die Nullstellen der 1. Ableitung in die zweite Ableitung ein.

Betrachte folgende Fälle:

Fall

Folgerung

Tiefpunkt im Punkt

Hochpunkt im Punkt

Bestimme die 3. Ableitung und setze die Nullstelle auch hier ein. Wenn Keine Aussage möglich. Wenn Terrassenpunkt und kein Monotoniewechsel

Hochpunkt

Tiefpunkt

Wenn man weiß, ob ein Hoch-, Tief- oder Terrassenpunkt vorliegt, kennt man auch die Monotonie des Graphen vor bzw. nach diesen Stellen:

  • Tiefpunkt: links davon fallend, rechts davon steigend
  • Hochpunkt: links davon steigend, rechts davon fallend
  • Terrassenpunkt: links und rechts davon gleiche Monotonie

Hochpunkt bei und Tiefpunkt bei

Intervall

Monotonie

ist streng monoton steigend im Intervall

ist streng monoton fallend im Intervall

ist streng monoton steigend im Intervall

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