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Wahrscheinlichkeit

/mathe/1753/wahrscheinlichkeit

Die Wahrscheinlichkeit stellt ein Maß für die Sicherheit oder Unsicherheit eines Ereignisses in einem Zufallsexperiment dar.

Jedem Ereignis eines Zufallsexperimentes wird eine reelle Zahl zwischen 0 und 1 zugeordnet, die man als die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses bezeichnet.

  • Für die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Ereignisses schreibt man meistens (das P kommt vom englischen Wort probability).
  • Je höher ist, desto wahrscheinlicher ist, dass bei diesem Zufallsexperiment das Ereignis eintreten wird.Tritt mit Sicherheit ein, so gilt .Tritt mit Sicherheit nicht ein, so gilt .

Beispiele

1. Werfen eines fairen Würfels

Wirft man einen fairen Würfel, so könnte jede (natürliche) Zahl von 1 bis 6 mit gleicher Sicherheit fallen. Hier ergibt es Sinn, dass alle Elementarereignisse

die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, also .

Warum gerade 1/6?

Summiert man die Wahrscheinlichkeiten aller Elementarereignisse, so ist das Ergebnis immer 1. Da dieses Zufallsexperiment sechs Elementarereignisse hat und alle die gleiche Wahrscheinlichkeit haben, müssen diese jeweils 1/6 betragen.

2. Werfen eines unfairen (= gezinkten) Würfels

Wenn man weiß, dass der Würfel immer auf eine bestimmte Seite fallen wird, zum Beispiel auf die 5, können die Ereignisse nicht alle die gleiche Wahrscheinlichkeit haben.

Für die Ereignisse und muss jetzt gelten

da man weiß, dass diese nicht eintreten können.

Das Ereignis hat jedoch die Wahrscheinlichkeit , weil es sicher eintreten wird.

Bemerkung

Bei vielen Zufallsexperimenten ist es schwierig, die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen direkt zu bestimmen. In solchen Fällen wird für das Experiment sehr oft wiederholt und der Grenzwert der relativen Häufigkeiten des Ereignisses bei als Wahrscheinlichkeit gewählt.

Warum diese Wahl von Wahrscheinlichkeiten Sinn ergibt, findet man im Artikel Gesetz der großen Zahlen.

Rechenregeln

Gegenwahrscheinlichkeit

Die Wahrscheinlichkeit des Gegenereignisses zum Ereignis ist gegeben durch

Warum ist das so?

Die Wahrscheinlichkeit des gesamten Ergebnisraums muss immer gleich 1 sein (siehe weiter unten „Normierung der Wahrscheinlichkeiten“). Außerdem kann man immer schreiben als . Zusammen mit der Additionsregel für unvereinbare Ereignisse (siehe weiter unten) gilt also:

, und diese Gleichung kann man nach leicht umformen.

Additionsregel für unvereinbare Ereignisse

Haben die Ereignisse und keine gemeinsamen Elemente, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass entweder oder eintritt, gleich der Summe der Wahrscheinlichkeiten für und :

Die Ereignisse , und schließen sich gegenseitig aus, gleichzeitig ist

Daher ist

Wahrscheinlichkeit der Vereinigung (Satz von Sylvester)

Für zwei Ereignisse und gilt:

Die Multiplikationsregel für unabhängige Ereignisse

Sind die Ereignisse und stochastisch unabhängig, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass sowohl als auch eintreten, gleich dem Produkt der Wahrscheinlichkeiten von und .

In Formeln: , wenn und stochastisch unabhängig sind.

Normierung der Wahrscheinlichkeiten

Die Wahrscheinlichkeit des Ergebnisraums ist immer 1.