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Wie erstellt man ein Histogramm?

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Bei statistischen Untersuchungen fallen Daten an. Je mehr Daten vorliegen, um so schwieriger ist es, den Überblick zu bekommen. Werden die Daten grafisch dargestellt, können unübersichtliche Datensätze besser veranschaulicht werden.

Die Daten werden geordnet, in Gruppen bzw. Klassen eingeteilt und in einem Diagramm dargestellt.

Solch eine grafische Darstellung wird Histogramm genannt.

Histogramm

Die folgende Übersicht zeigt verschiedene Arten von Histogrammen. Je ein Beispiel soll das entsprechende Histogramm verdeutlichten.

Übersicht verschiedene Histogramme

Vorgehensweise

Die Häufigkeitsverteilung eines bestimmten Merkmals liegt vor. So ein Merkmal kann z.B. die Körpergröße oder das Alter von Personen sein.

1. Klasseneinteilung

Mehrere Beobachtungswerte werden zu Klassen zusammengefasst. Die Klassen können eine konstante oder variable Breite haben. Für jede Klasse wird die Anzahl der Daten ermittelt, die in diese Klasse gehören.

  • Die Klassengrenzen dürfen sich nicht überschneiden.
  • Die Klassenbreite ist die Differenz zwischen oberer und unterer Klassengrenze.
  • Es gibt keine offenen Randklassen, d.h. die erste und letzte Klasse haben eine untere bzw. obere Grenze.

2. Grafische Darstellung

Auf der Achse werden die Intervalle entsprechend der Klasseneinteilung aufgetragen. Dann werden Rechtecke über den Intervallen gezeichnet.

Für die Rechteckhöhe ergeben sich je nach gewählter Histogrammart unterschiedliche Werte.

Sind die Klassen benachbart, dann grenzen die Rechtecke aneinander.

Den folgenden Beispielen liegt folgender Datensatz zugrunde.

Von Kindern wurden bei der Einschulungsuntersuchung die Körpergrößen in gemessen.

Größe

Anzahl

110

7

111

10

112

9

113

11

114

12

115

14

116

11

117

10

118

7

119

6

120

3

Klasseneinteilung mit konstanter Klassenbreite

Bei den Beispielen , , und wird eine konstante Klassenbreite von gewählt. Die Klassenbreite ist z.B. das halboffene Intervall . Darin sind alle Daten , für die gilt und entsprechend die anderen Klassen.

1. Beispiel für ein Histogramm mit absoluter Häufigkeit und konstanter Klassenbreite

1.1 Klasseneinteilung

Wie oben angegeben.

Klasse

Anzahl

Klassenbreite

[110;112[

17

2

[112;114[

20

2

[114;116[

26

2

[116;118[

21

2

[118;120]

16

2

1.2 Grafische Darstellung

Auf der Achse werden die Intervalle entsprechend der Klasseneinteilung aufgetragen. Dann werden Rechtecke über den Intervallen gezeichnet.

Dabei entspricht die Rechteckhöhe der absoluten Häufigkeit.

Aus dem Histogramm kann sehr einfach an der Achse die Anzahl der Kinder abgelesen werden, die zu einer bestimmten Klasse gehören.

In der Klasse mit den Größen befinden sich 26 Kinder.

Histogramm

2. Beispiel für ein Histogramm mit relativer Häufigkeit und konstanter Klassenbreite

2.1 Klasseneinteilung

Die Klasseneinteilung erfolgt wie beim 1. Beispiel.

Mit der Anzahl der einer Klasse zugeordneten Daten wird dann die relative Häufigkeit bestimmt.

Klasse

Anzahl

rel. Häufigkeit

Klassenbreite

[110;112[

17

0,17

2

[112;114[

20

0,20

2

[114;116[

26

0,26

2

[116;118[

21

0,21

2

[118;120]

16

0,16

2

2.2 Grafische Darstellung

Auf der Achse werden die Intervalle entsprechend der Klasseneinteilung aufgetragen. Dann werden Rechtecke über den Intervallen gezeichnet.

Dabei entspricht die Rechteckhöhe der relativen Häufigkeit.

Z.B. beträgt die relative Häufigkeit für die Klasse mit den Größen .

Histogramm rel. Häufigkeit

3. Beispiel für ein absolutes Histogramm mit konstanter Klassenbreite und Häufigkeitsdichte

Bei einem absoluten Histogramm entspricht der Flächeninhalt der Rechtecke genau dem Wert der absoluten Häufigkeit der Klasse.

3.1 Klasseneinteilung

Die Klasseneinteilung erfolgt wie beim 1. Beispiel.

Die Häufigkeitsdichte wird berechnet:

Klasse

Anzahl

Klassenbreite

Häufigkeitsdichte

[110;112[

17

2

8,5

[112;114[

20

2

10

[114;116[

26

2

13

[116;118[

21

2

10,5

[118;120]

16

2

8

3.2 Grafische Darstellung

Die Häufigkeitsdichte ergibt die Höhe des Rechtecks.

Für die Zeichnung der Rechtecke muss ein Maßstab festgelegt werden. Hier wurde z.B. festgelegt, dass einer relativen Häufigkeitsdichte von eine Rechteckhöhe von zugeordnet wird.

Der Flächeninhalt entspricht dann der absoluten Häufigkeit.

Z.B. berechnet man die absolute Häufigkeit für die Klasse mit:

normiertes Histogramm mit konstanter Klassenbreite und Häufigkeitsdichte

4. Beispiel für ein relatives oder normiertes Histogramm mit konstanter Klassenbreite und relativer Häufigkeitsdichte

Bei einem relativen oder normierten Histogramm entspricht der Flächeninhalt der Rechtecke genau dem Wert der relativen Häufigkeit der Klasse. Werden alle Flächeninhalte der Rechtecke addiert, ergibt sich die Summe aller relativen Häufigkeiten, also der Wert .

4.1 Klasseneinteilung

Die Klasseneinteilung erfolgt wie beim 1. Beispiel.

Die relative Häufigkeitsdichte wird berechnet:

Klasse

Anzahl

rel.Häufigkeit

Klassenbreite

Häufigkeitsdichte

[110;112[

17

0,17

2

0,085

[112;114[

20

0,20

2

0,10

[114;116[

26

0,26

2

0,13

[116;118[

21

0,21

2

0,105

[118;120]

16

0,16

2

0,08

4.2 Grafische Darstellung

Die relative Häufigkeitsdichte ergibt die Höhe des Rechtecks.

Für die Zeichnung der Rechtecke muss ein Maßstab festgelegt werden. Hier wurde z.B. festgelegt, dass einer relativen Häufigkeitsdichte von eine Rechteckhöhe von zugeordnet wird.

Der Flächeninhalt entspricht dann der relativen Häufigkeit.

Z.B. berechnet man die relative Häufigkeit für die Klasse mit:

Histogramm normiert, konstante Klassenbreite rel. Häufigkeitsdichte

Klasseneinteilung mit variabler Klassenbreite

Bei variablen Klassenbreiten können die Histogramme nur mit der Häufigkeitsdichte bzw. relativen Häufigkeitsdichte dargestellt werden. Eine Darstellung mit absoluten Häufigkeiten würde zu Fehlinterpretationen führen.

Warum ist das so?

Normalerweise vergleicht ein Betrachter eines Histogramms die Flächeninhalte (und nicht die Höhen) der Histogrammrechtecke miteinander. Der Flächeninhalt der Histogrammrechtecke muss deshalb eine direkte Verbindung zu den (relativen/absoluten) Häufigkeiten haben. Man spricht hier vom Prinzip der Flächentreue.

Bei Klasseneinteilungen mit konstanter Breite ist eine flächenproportionale Darstellung nicht erforderlich, da sowohl die Säulenfläche, als auch die Säulenhöhe die (relativen/absoluten) Häufigkeiten richtig darstellen.

Bei den Beispielen und wird eine variable Klassenbreite gewählt. Die Klassenbreite für die Klasse ist das halboffene Intervall . Darin sind alle Daten , für die gilt . Diese Klasse hat eine Breite von . Die Klasse hat eine Breite von und die Klasse hat eine Breite von .

5. Beispiel für ein absolutes Histogramm mit variabler Klassenbreite und Häufigkeitsdichte

Bei einem absoluten Histogramm entspricht der Flächeninhalt der Rechtecke genau dem Wert der absoluten Häufigkeit der Klasse.

5.1 Klasseneinteilung

Wie oben angegeben.

Die Häufigkeitsdichte wird berechnet:

Klasse

Anzahl

Klassenbreite

Häufigkeitsdichte

[110;113[

26

3

8,67

[113;115[

23

2

11,5

[115;120]

51

5

10,2

5.2 Grafische Darstellung

Die Häufigkeitsdichte ergibt die Höhe des Rechtecks.

Für die Zeichnung der Rechtecke muss ein Maßstab festgelegt werden. Hier wurde z.B. festgelegt, dass einer Häufigkeitsdichte von eine Rechteckhöhe von zugeordnet wird.

Der Flächeninhalt entspricht dann der absoluten Häufigkeit.

Z.B. berechnet man die absolute Häufigkeit für die Klasse mit:

Histogramm, variable Klassenbreiten

6. Beispiel für ein relatives oder normiertes Histogramm mit variabler Klassenbreite und relativer Häufigkeitsdichte

Bei einem relativen oder normierten Histogramm entspricht der Flächeninhalt der Rechtecke genau dem Wert der relativen Häufigkeit der Klasse. Werden alle Flächeninhalte der Rechtecke addiert, ergibt sich die Summe aller relativen Häufigkeiten, also der Wert .

6.1 Klasseneinteilung

Die Klasseneinteilung erfolgt wie beim Beispiel.

Die relative Häufigkeitsdichte wird berechnet:

Klasse

rel. Häufigkeit

Klassenbreite

rel. Häufigkeitsdichte

[110;113[

0,26

3

0,087

[113;115[

0,23

2

0,115

[115;120]

0,51

5

0,102

6.2 Grafische Darstellung

Die relative Häufigkeitsdichte ergibt die Höhe des Rechtecks.

Für die Zeichnung der Rechtecke muss ein Maßstab festgelegt werden. Hier wurde z.B. festgelegt, dass einer relativen Häufigkeitsdichte von eine Rechteckhöhe von zugeordnet wird.

Der Flächeninhalt entspricht dann der relativen Häufigkeit.

Z.B. berechnet man die relative Häufigkeit für die Klasse mit:

Histogramm normiert, variable Klassenbreite

Zusammenfassung