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Trümmerliteratur - Halte dir die Kriegsfolgen vor Augen!

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Die Trümmerliteratur (um 1945-1950) ist eine wichtige Epoche in der Literaturgeschichte. Ihr zentrales Thema ist die "Zerstörung", wie der Name schon sagt.

Wir verraten dir, was genau Trümmerliteratur ist, und welche Merkmale sie auszeichnen.

Nürnberg in Trümmern
Nürnberg in Trümmern (1945)

Trümmerliteratur - die Epoche kurz vorgestellt

Zeitstrahl der literarischen Epochen
Zeitstrahl der literarischen Epochen

Historischer Hintergrund

Die Epoche der Trümmerliteratur beginnt unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, der im Jahr 1945 mit dem Einmarsch der Alliierten in das Dritte Reich endete.

Die Menschen standen vor den Trümmern des Krieges und den Trümmern ihrer Existenz. Durch den Krieg hatten sie Familie, Freunde und ihr Zuhause verloren. Viele Städte waren völlig zerstört. Familienmitglieder waren überall verstreut, Freunde und Verwandte wurden vermisst, vertrieben oder waren tot. Ein großer Teil der Männer befand sich in Kriegsgefangenschaft fern von der Heimat, zahlreiche Deutsche wurden aus den zuvor von Deutschland besetzten Gebieten vertrieben.

Aber nicht nur Städte und die Existenzengrundlage der Menschen lagen in Trümmern, sondern der Krieg hatte auch die Träume der Menschen zerstört.

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Der Begriff "Alliierten" kommt ursprünglich aus dem Lateinischen und steht für Verbündete, die ein Bündnis eingegangen sind. Im Kontext des Zweiten Weltkriegs sind damit die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion gemeint. Diese Staaten kämpfen im Zweiten Weltkrieg gemeinsam gegen Deutschland.

Themen und Merkmale der Epoche

Die Literatur der Trümmerliteratur wurde hauptsächlich von Soldaten, die aus dem Krieg oder der Kriegsgefangenschaft zurückkehrten, verfasst. Das zeigte sich hauptsächlich in einer einfachen Sprache, da nur wenige der Heimkehrer auch vorher als Autoren tätig waren.

Sowohl formal als auch inhaltlich grenzte sich die Trümmerliteratur von vorangegangenen Epochen ab und brach mit der Tradition.

Das sind die zentralen Themen und Merkmale der Trümmerliteratur:

  • Trümmer, Heimkehr und Krieg
  • Verarbeitung und Verdrängung des Kriegsgeschehens
  • Auseinandersetzung mit der Schuldfrage, denn als Soldaten waren viele der Autoren selbst am Krieg beteiligt gewesen und mussten nun ihre eigene Rolle hinterfragen
  • einfache und unpoetische Sprache: Vorbild waren die amerikanischen Kurzgeschichten, die sog. "Short Stories", mit ihrem knappen und einfachen Stil
  • realistisch, unpsychologisch und wahrhaftig: keine Ideologie oder Gefühle in den Werken
  • wichtige Stilmittel: viele Wiederholungen und lakonische Sprache
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Als lakonische Sprache wird eine knappe, trockene, schmucklose Ausdrucksweise bezeichnet.

Beispiel aus der Werbesprache:

"Einmal hin – alles drin!". (Slogan von Real)

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Das antike Lakonien war Sitz des spartanischen Staates.

Folgende Legende ist über die Bewohner Lakoniens überliefert:

Als der König von Makedonien auf Sparta vorrückte, soll er gedroht haben:

"Wenn ich euch besiegt habe, werden eure Häuser brennen,

eure Städte in Flammen stehen und eure Frauen zu Witwen werden."

Die Spartaner als Bewohner Lakoniens antworteten mit nur einem Wort:

"Wenn!"

Seit damals gilt "lakonisch" als Synonym für kurz, knapp, treffend.

Literatur der Epoche

Als Bruch mit dem Vorangegangenen setzen die Autoren und Autorinnen der Trümmerliteratur auf eine wahre und realistische Ausdrucksweise, die zusammen mit den typischen Themen dieser Zeit vor allem in der Lyrik und Epik zum Ausdruck kam.

Epik

Dadurch, dass die Nationalsozialisten die Prosa für Propaganda genutzt haben, erschien die Epik den Autoren und Autorinnen der Trümmerliteratur abgenutzt und missbraucht.

Um sich von den ideologisch aufgeladenen Werken der nationalsozialistischen Literatur abzugrenzen, bot sich den Autoren und Autorinnen vor allem die Kurzgeschichte als epische Form des Erzählens an. Inspiriert von den amerikanischen "Short Stories" war sie genau das, was den Verfassern wichtig war: Sie ist eine literarische Kurzform, die sprachlich einfach und sachlich gehalten ist.

Lyrik

Die Lyrik ist die literarische Gattung, die sich für die Autoren und Autorinnen am ehesten dafür anbot, ihre knappen und unreflektierten Beobachtungen auszudrücken. Außerdem war die Lyrik im Gegensatz zur erzählenden Literatur der Prosa nicht von den Nationalsozialisten geprägt. Anders als du es etwa aus den sehr bildgewaltigen Gedichten des Barock, der Romantik oder des Sturm und Drang kennst, sollte die lyrische Sprache in den Gedichten der Trümmerliteratur nichts verschleiern, sondern die Dinge direkt und ungeschönt benennen. Typisch für die Lyrik der Trümmerliteratur ist außerdem, dass es kein Reimschema und kein Metrum gibt. Durch den bewussten Verzicht auf diese an sich typisch lyrischen Merkmale wandten sich die Verfasser und Verfasserinnen der Trümmerliteratur gezielt gegen die Tradition des Dichtens.

Dramatik

Auch wenn es dramatische Stoffe gab, die durchaus auch aufgeführt wurden, spielt das Drama in der Trümmerliteratur bloß eine untergeordnete Rolle. Nur wenige Stücke erreichten ein breites Publikum. Typisch für die dramatischen Werke dieser Zeit ist aber ebenfalls das Erleben des Krieges und die ungeschönte Realität der Nachkriegszeit.

Beispiele für Autoren und Werke

  • Günther Eich (1907-1972): u.a. „Inventur“ (1945), „Die Latrine“ (1946), „Züge im Nebel“ (1947)
  • Johannes R. Becher (1891-1958): z.B. „Heimkehr“ (1946)
  • Paul Celan (1920-1970): z.B. „Der Sand aus den Urnen“ (1948)
  • Wolfgang Borchert (1921-1947): z.B. „Nachts schlafen die Ratten doch“ (1947) oder "Die Küchenuhr" (1947)
  • Arno Schmidt (1914-1979): z.B. „Leviathan“ (1946)
  • Erich Kästner (1899-1974): z.B. Programm für „Die Schaubude“ (Kabarett) (1945-48)
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Nachts schlafen die Ratten doch ist eine Kurzgeschichte des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert. Sie entstand im Januar 1947 und wurde im November desselben Jahres in Borcherts zweiter Prosasammlung veröffentlicht.

Der Text gilt als bekanntes Beispiel der Trümmerliteratur.

Die Kurzgeschichte spielt in einer Stadt, die während des Krieges durch einen Bombenangriff zerstört worden ist.

Der Autor schildert auf zwei Seiten die Begegnung zwischen einem Jungen und einem alten Mann in den Trümmern-

Borchert-Denkmal in Hamburg
Borchert-Denkmal in Hamburg

Quellen