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Mittelhochdeutsche Dichtung - Besiege mit Siegfried den Drachen!

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Die Mittelhochdeutsche Dichtung (um 1050 - 1350) ist eine wichtige Epoche in der (Literatur-)Geschichte. Diese fasznierende Epoche bietet so viel Vielfalt - von Ritterkult bis Minnesang. Lerne hier den geschichtlichen Hintergrund, die literarischen Merkmale und bekannte Werke wie das Nibelungenlied und Tristan und Isolde kennen!

Mittelhochdeutsche Dichtung - die Epoche kurz vorgestellt

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Die Epoche der mittelhochdeutschen Dichtung lässt sich (aus sprachlicher Sicht) weiter unterteilen in:

  • Frühmittelhochdeutsche Zeit (um 1050-1180)
  • Mittelhochdeutsche Zeit (um 1180-1250)
  • Spätmittelhochdeutsche Zeit (um 1250-1350)
Zeitstrahl der literarischen Epochen
Zeitstrahl der literarischen Epochen

Historischer Hintergrund

Hans Kloss: Staufer-Rundbild
Staufer Rundbild mit Burg Hohenstaufen im Hintergrund

Eine bedeutende Entwicklung in der Epoche der mittelhochdeutschen Literatur ist die Entstehung und Festigung des Feudalismus, der eine klar unterteilte Gesellschaft bedeutet. Die frühmittelhochdeutsche Zeit steht noch unter dem Einfluss der Kirche, der jedoch zunehmend von der weltlich-höfischen Kultur der Ritter abgelöst wird. Diese neue soziale Schicht erfährt einen schnellen Aufstieg und vereint militärische Aufgaben mit Verwaltungsfunktionen, die ein hohes Maß an Bildung voraussetzen.

Unter der Herrschaft der Staufer (1138-1250) erlebt die ritterlich-höfische Kultur in der mittelhochdeutschen Zeit ihren Höhepunkt. Neben der Theologie rückt in Anlehnung an antike Traditionen auch die weltliche Wissenschaft in den Vordergrund. In Paris wird sogar eine Universität gegründet. Durch den Fernhandel und die Kreuzzüge entstehen außerdem Kontakte mit anderen Ländern und fremden Kulturen.

Nach dem Tod des letzten Stauferkönigs, Friedrich II., im Jahr 1250 verlieren die Ritter zunehmend an militärischer Bedeutung und politischem Einfluss. An ihre Stelle rücken die Bürger der Städte, die sich nun zu den neuen kulturellen und wirtschaftlichen Zentren entwickeln.

Literarische Merkmale und Entwicklungen

Die frühmittelhochdeutsche Literatur ist zunächst weiterhin an Klöster gebunden und wird von Geistlichen verfasst. Allerdings wendet sie sich zunehmend auch an ein Laien-Publikum, z.B. Nonnen und Fürsten. Es entstehen religiöse Gebrauchstexte, wie Gebete und Predigten, und anspruchsvolle Interpretationen der Bibel. Außerdem gibt es Versdichtung zu religiösen, politischen und historischen Themen sowie zur moralischen Belehrung.

In der mittelhochdeutschen Zeit findet die Produktion von Literatur vor allem am Hof statt. Dichter sind nicht mehr nur Geistliche, sondern auch Ritter oder Berufsdichter, die von Fürsten beauftragt werden.

Themen der höfischen Dichtung sind die Vereinbarkeit von Weltlichem/Sinnlichkeit und Geistlichem/Intellekt sowie die Tugenden der Adelsgesellschaft.

Diese Tugenden setzten sich zusammen aus Anstand und Mäßigung (zuht und mâze), Freude (froide), Ansehen/Würde (êre), Beherrschung der höfischen Umgangsformen (hövescheit), Verlässlichkeit (triuwe), Großzügigkeit (milte) und der Verehrung der adligen Damen (minne).

Leuthold von Seven im Codex Manesse
Codex Manesse

Literatur des Mittelalters

Wichtige Gattungen der mittelhochdeutschen Literatur sind der höfische Roman (Epik) und der Minnesang (Lyrik):

  • Der höfische Roman thematisiert die Werte und Verhaltensregeln des Ritterstandes, verpackt in eine Erzählung in Versen oder Strophen, und hat in der Regel mehrere Teile. Bedeutende Untergattungen des höfischen Romans sind die Kreuzzug-Epik, die den Kampf für ein gerechtes Ziel rechtfertigt, die Helden-Epik, die vom Bestehen von Abenteuern und der Treue zwischen Herr und Gefolgsmann handelt, und die Artus-Epik, in der ein idealer Herrscher (König Artus) und seine Ritterrunde verehrt werden.
  • Der Minnesang wird in der Regel von Rittern verfasst und beim Vortrag vor dem höfischen Publikum durch Musik begleitet. Es handelt sich oft um Auftragsarbeiten von Mäzenen (Förderern). Inhalt ist die Umwerbung einer adligen, verheirateten Dame (frouwe), die ein Idealbild höfisch-weiblicher Tugend verkörpert. Dabei ist das Verhältnis zwischen der frouwe und dem Sprecher des Gedichtes fiktiv (nicht real). Es geht vielmehr um die Bändigung der triebhaften in eine sittliche und angesehene Form der Liebe mithilfe der Literatur.

Um 1350 endet die höfische Tradition und die Stadt mit ihrer bürgerlichen Gesellschaftsschicht rückt ins literarische Zentrum. Zu wichtigen literarische Gattungen werden in der spätmittelalterlichen Literatur nun der Prosa-Roman und das Drama.

Beispiele für Autoren und Texte

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Das Nibelungenlied gilt als herausragendes Beispiel der europäischen Heldenepik. Es beruht auf älteren mündlichen Traditionen und wurde um 1200 von einem unbekannten Dichter am Hof des Passauer Bischofs Wolfger von Erla niedergeschrieben.

Es handelt sich dabei um ein Heldenepos, das das Rittertum und die höfischen Tugenden in sogenannten Aventiuren (Abenteuern) darstellt. Hauptfigur ist der tapfere Drachentöter Siegfried, der als unverwundbar gilt. Als er jedoch getötet wird, schwört Königin Kriemhild Rache und es kommt zum Untergang des Burgundenreichs.

Siegfried - der Drachentöter
Siegfried
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Wolfram von Eschenbach stammt aus dem heutigen Wolframs-Eschenbach in Mittelfranken und war Soldat bzw. Ritter. Seine Schaffenszeit erstreckt sich vom Ende des 12. bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts und seine Werke verfasste er im Auftrag von mächtigen Mäzenen (Förderern).

Wolframs Parzival entstand um 1210 und ist der längste Versroman der mittelhochdeutschen Zeit. Er erzählt die Geschichte des unerfahrenen Jungen Parzival, der durch zahlreiche Abenteuer, u. a. am Hof des König Artus, schließlich zum König des heiligen Grals wird .Er vereint mehrere Handlungsstränge: Neben der Haupthandlung um Parzival werden auch die Geschichte von Parzivals Eltern und die Abenteuer des Artus-Ritters Gawan erzählt.

Der Artus-Roman unterscheidet sich von anderen Vertretern dieser Gattung dadurch, dass er eine christlich-religiöse Handlungsebene beinhaltet: Nachdem Parzival (Artus-Roman-typisch) seinen Helden-Status verloren hat, erlangt er ihn nicht wie sonst durch ritterliche Kämpfe, sondern durch religiöse Erleuchtung zurück.

Parzival und Condviramur
Parzival und Condviramur
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Der bekannteste Dichter des Minnesangs und der Epoche des Mittelhochdeutschen ist Walther von der Vogelweide, der von etwa 1170 bis 1230 lebte.

Von Walther sind 500 Strophen, genauer gesagt 90 Lieder (Minnelieder) und 150 Sangsprüche, überliefert. Unter anderem verfasste er das bekannte Minnelied Under der linden.

Weitere wichtige Minnesänger waren: Dietmar von Aist (ca. 1115 bis 1171), Friedrich von Hausen (ca. 1150 bis 1190) und Heinrich von Morungen, der bis etwa 1222 lebte.

Quellen